Modellbau-ABC von Wilfried Eck

           
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Markierungen der US Navy - Trägerflugzeuge

Teil III - 1945

Die Endphase

1945 sind die Philippinen in amerikanischer Hand, neue Trägerkampfgruppen werden für die Einsätze gegen die japanischen Inseln, Iwo Jima, Okinawa gebildet. Flugzeugmarkierungen werdfen nun offiziell jedem Träger zugeteilt:

Anlässlich der turnusgemäßen Umbenennung der (Carrier-) Task Force 58 in Task Force 38 am 26.01.1945  gab der Commander Air Force Pacific eine Liste mit Markierungen für alle Flotten- und leichten Träger der TF-38 heraus. Ohne Rücksicht auf die jeweils eingesetzte Air Group sollten alle Flugzeuge eines Trägers das gleiche Zeichen führen. Neu war auch, dass dieses zumindest auf der Oberseite der rechten Tragfläche zu wiederholen war (vgl. Profiles unten).

SB2C-4 der CV-9 Essex bombardieren Hokodate

Die Vor- aber auch Nachteile des neuen Systems lagen klar auf der Hand. Einerseits konnte man ohne Rücksicht auf die jeweilige Air Group (Wechsel alle 2 bis 3 Monate war üblich) sofort den Träger identifizieren, andererseits aber blieb nunmehr die Zugehörigkeit zu einer Squadron völlig im Dunklen. Zum Beispiel konnten die für Einsätze gegen das japanische Mutterland vorne mit einem gelben Ring versehenen F4U-1D der Bunker Hill (Markierung Pfeil) von der VF-84 sein (wird meist behauptet), jedoch auch von der VMF-221 oder der VMF-451, denn die Bunker Hill hatte neben einer Jägersquadron der Navy auch zwei gleichartig dekorierte Corsair-Squadrons der Marines an Bord. Gleiches gilt für die Träger Essex (VMF-124, -451), Bennington (VMF-112, -123), Wasp (VMF-216, -217) und später folgende.

Die Nummerierung der jeweils eingesetzten Maschinen blieb zwar weiterhin der Air Group überlassen, die Verstärkung des Jägerkontingents scheint jedoch auf einzelnen Trägern die Verwendung dreistelliger Nummern, die sich am Einsatzzweck orientierten, gefördert zu haben, z.B. Jäger im 100er Bereich, Sturzbomber 200er, Torpedo 300er (oder auch anders sortiert). Links z.B. Nummern im 300-Bereich.

   

Gelandete TBF-1C der Nachtjagdeinheit VT(N)-90 (graue Markierung!) wird vom Fangseil befreit

Allerdings wurden nicht in allen Fällen die neuen Markierungen sofort 1:1 umgesetzt. Insbesondere Träger, die für den Nachtjagdeinsatz vorgesehen waren, fanden zuviel Weiß unpraktisch und baten um Erlaubnis, ein dezenteres Abzeichen führen zu dürfen. Dies wurde genehmigt, die Profiles unten zeigen nur die tatsächlich geführten.

Achtung Modellbauer: Die gegen Kriegsende eingesetzten TBM-3 und -3E hatten den unteren MG-Stand abgedeckt und einen außen gelagerten Fanghaken. Bei Nachtjagdeinheiten – Zusatz „(N)“ - ist von mit einem an der rechten Tragfläche angebrachten Radarbehälter auszugehen.


Am 27. Juli 1945 – nun wieder Task Force 58 - erfolgte eine grundlegende Änderung. ComAirPac McCain war zu der Auffassung gekommen, dass geometrische Markierungen zwar hübsch anzusehen, im Funkverkehr aber schwer zu beschreiben waren und ordnete deshalb die Verwendung von Buchstaben an. Zu führen am Seitenleitwerk und Wiederholung auf der Oberseite der rechten und Unterseite der linken Tragfläche (Profiles II). Höhe 24 Zoll (Im August dann auf 36 Zoll für Einzelbuchstaben, 30 für Doppelbuchstaben geändert). Zwar enthielt diese Liste alle Flotten- und leichten Träger, tatsächlich aber konnte dieses Markierungssystem nur noch bei den sich gerade im Einsatz befindlichen Trägern Anwendung finden (die anderen durch Kamikazetreffer außer Gefecht gesetzt und/oder sonstwie überholungsbedürftig). Aber auch bei den verbliebenen legte man keine allzu große Hast an den Tag.

 

Startvorbereitung von F6F-5 Hellcats auf der CV-18 Wasp; in der Bildmitte die 5. Maschine der VF-86

 

SB2C-4 Helldiver der CV-38 Shangri La (Air Group 85) bei Kriegsende

     

Aber: Hellcats der VF-32 im September 1945 an Bord der CVL-28 Cabot, Umstellung auf Buchstabencode noch nicht durchgeführt.

 

Bekannte Umstellungen auf Buchstabencode:

CV-9 Essex

F

CV-10 Yorktown

RR

CV-14 Ticonderoga:

V

CV-15 Randolph:

L

CV-16 Lexington

H

CV-18 Wasp:

X

CV-19 Hancock:

U

CV-20 Bennington:

TT

CV-31 Bon Homme Richard

SS

CV-38 Shangri La

Z

CVL-22 Independence:

D

CVL-24 Belleau Wood:

P

CVL-25 Cowpens:

A

CVL-26 Monterey:

C

CVL-29 Bataan:

T

CVL-30 San Jacinto:

B

 


Sonstige Markierungen:

Unverändert. Persönlichen Dekorationen waren noch immer nicht erlaubt (bei den diversen "Minsi" von David McCampbell drückte die Navy wohl ein Auge zu, weil er Kommandeur der Air Group 15 und Kriegsheld war)  Nur für die Angriffe auf Kyushu im Frühjahr 1945 wurde als zusätzliches Erkennungszeichen ein gelber oder weißer Ring in abwaschbarer Farbe um die Motorhaube gemalt.

 

Profiles:

Die Farbzeichnungen (Rohvorlage Srecko Bradic) sind jeweils nach einem Foto erstellt und nach einer für Träger und Zeitpunkt repräsentativen Maschine sortiert, wobei alle Maschinen der entsprechenden Air Group das gleiche Zeichen führten. Flugzeuge, die eine Markierung trugen, die weder in Teil II noch Teil III zu sehen ist, stammten von sog. Geleitträgern (CVE).

Weil sich beim Buchstabencode der Unterschied nur im jeweiligen Buchstaben bestand, habe ich nur einige als Beispiel angeführt,  Auch bei den Geleitträgern kam nur noch ein Teil des im Juli 1945 offiziell eingeführten Systems aus Feldern und Streifen zur praktischen Umsetzung (auch hier zuvor lediglich „selbstgestrickte“ Markierungen einzelner Squadrons).

 

Unten: Beispiele Buchstabencode ab 27.07.1945

   
   

Weitere Seiten:

Markierungen auf Geleitträgern


Alle Fotos US Nationalarchiv bzw. US Navy

Text: Copyright Wilfried Eck

Profiles: Copyright Wilfried Eck/Strecko Bradic