Modellbau-ABC von Wilfried Eck

 
 
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Z

 

 

Zero

Zurüstteile

Zu guter Letzt

 

Zero (Mitsubishi A6M1 - A6M8):

A6M3

Japanischer Name "Rei Sen" oder "Typ 0" (entsprechend dem Jahr 2600 japanischer Zeitrechnung, woraus dann "Zero" wurde), offizieller alliierter Codename "Zeke." Standardjäger der kaiserlich-japanischen Marineluftwaffe mit legendärer Wendigkeit, Steigfähigkeit und Reichweite (Flugzeit bis zu 10 Stunden). In acht Versionen mit jeweiligen Unterversionen bis Kriegsende gebaut, von denen die letzte aber nicht mehr an die Front kam. Technische Einzelheiten können der Literatur oder den zahlreichen Internetseiten entnommen werden. 

Als die japanische Marine am 19.05.1937 an Mitsubishi und Nakajima die Spezifikationen für einen Nachfolger der A5M herausgab (500 km/h, Steigleistung 3000 m in 3,5 Minuten, 2 x 7,7 mm und 2 x 20 mm Bewaffnung, sowie Funkgerät), lehnte Nakajima wegen Unerfüllbarkeit der Leistungen ab. Bei Mitsubishi sah der Konstrukteur Jiro Horikoshi eine Möglichkeit, jedoch nur bei extremem Leichtbau. Für einen japanischen Piloten kein Grund zur Sorge. Ganz in der Tradition der Samurai auf kompromisslose Offensive gedrillt, war Defensive kein Thema. Dem entsprechend waren Panzerung und Fallschirm überflüssig. Steigfähigkeit und Wendigkeit der Maschine waren wichtig, um in Schussposition zu kommen. Und selbstredend war man gut genug, den Kampf allein zu führen. Undenkbar, die Hilfe eines anderen zu benötigen.

Die ersten Einsätze bestätigten das Leistungsvermögen der A6M2 und ihrer Piloten auf eindrucksvolle Weise. Keine Frage, wer in einem Luftkampf mit  P-39, P-40, F4F-3 oder F4F-4 (von der F2A ganz zu schweigen) Sieger blieb.  Die A6M2 war das beste Jagdflugzeug seiner Zeit. Zwar verlor Japan 1942 durch den Untergang von vier Trägern bei Midway viele seiner erfahrenen Piloten, der Nachwuchs aber war in der gleichen Einzelkämpfertradition erzogen worden und die Leistung der Zero stand außer Frage.

Wie sich kurz darauf zeigen sollte, war dies der Anfang vom Ende.

Da man bei den Alliierten mittlerweile erkannt hatte, im klassischen Luftkampf keine Chance zu haben, stellte man auf Teamwork und Taktik um. Nicht der Sieg des Einzelkämpfers war entscheidend, sondern der Abschuss. Wurde bei der sog. "Thach weave" eine Maschine der Zweierformation angegriffen, kurvten  beide F4F Wildcat in ein gegenläufiges S ein, dass die zweite Maschine automatisch hinter den Angreifer kam. Kam man selbst in eine (vorzugsweise überhöhte) Angriffsposition, brach man ab, wenn sich ein Kurvenkampf abzuzeichnen begann. In der Defensive tat die Panzerung ihr Übriges. Eine Maschine mochte durchlöchert sein, war der Pilot wohlauf und der Motor lief, kam man zum Stützpunkt zurück. 

Die Japaner hingegen setzten noch immer auf  die Könnerschaft des Einzelnen und seine Fähigkeit, mit den nunmehr zutage tretenden Schwächen der Zero fertig zu werden. Aufgrund ihrer extremen Leichtbauweise war sie gegen Beschuss außerordentlich empfindlich und  auch das Fehlen von Panzerung und selbstdichtenden Tanks hatte verheerende Folgen. Bereits ein an sich harmloser Treffer genügte, um die Maschine entweder zu zerlegen oder in Brand geraten zu lassen. Als Manko erwiesen sich auch die linear mit der Geschwindigkeit steigenden Steuerdrücke, die der Zero bei hoher Geschwindigkeit viel von ihrer vielgerühmten Agilität nahmen. Des Weiteren konnte sie aufgrund ihrer geringen Flächenbelastung keinem Sturzflug länger folgen.

Zwar wies die A6M3, die Ende 1942 erstmals auftauchte, gewissen Verbesserungen auf, diese reichen aber nicht aus.  Die im Herbst 1943 an die Front kommende A6M5 wies zwar nochmals Verbesserungen auf (nun auch Panzerung, selbstdichtende Tanks und andere Flügel), aber zu diesem Zeitpunkt waren bereits viele der noch verbliebenen Asse bei den Kämpfen um Guadalcanal und die Salomonen gefallen. Der Ersatz, vorzeitig von den Schulen genommen, flog nun zwar auch mit Flügelmann und Fallschirm, war aber ungenügend ausgebildet und selbst die wenigen noch vorhandenen erfahrenen Piloten erkannten sehr schnell, dass eine F6F Hellcat, F4U Corsair oder P-38 Lightning ihrer Maschine in nahezu jeder Hinsicht überlegen war. Die wachsende zahlenmäßige Überlegenheit der Alliierten tat ihr Übriges, die Reihen der japanischen Piloten immer schneller zu lichten. Im Juni 1944 fielen an einem einzigen Tag mehr als 300 japanische Flugzeuge. Viele davon A6M Zero. Was an A6M2 und A6M3 noch übrig war, rüstete man im Herbst 1944 zu Kamikazeflugzeugen um, denen dann 1945 auch viele A6M5 Zero folgen sollten. 


 

Was Anstrich und Markierung anbelangt: s. Seite J (kurz: Farbabplatzer waren nicht typisch für eine Zero).

A6M2 auf Träger Akagi


Empfohlene Links:

Frühe A6M2-Originalfarben: http://modelingmadness.com/earlya6mcolors.htm

A6M photos: http://www.strategyplanet.com/commandos/zero.html

A6M chat: http://p196.ezboard.com/fwarbirdsforumfrm6

Warbird forum: http://www.warbirdforum.com/

Interview mit Zero-Pilot (sehr empfehlenswert): http://www.warbirdforum.com/komachi.htm

 



 

Zurüstteile:

Ergänzungen oder Korrekturteile zu Bausätzen. Hauptsächlich aus Resin-Kunststoff oder als messinggeätzte Teile. An entsprechenden Angeboten herrscht kein Mangel.

Da das Zeug teuer ist, lohnt sich Kauf aber nur da, wo das benötigte Teil nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Zeitaufwand selbst hergestellt werden könnte. So manches kann man billiger und schneller selber machen (s. diverse ABC-Seiten).

Unverzichtbar sind Zurüstteile für Ausstellungsmodelle, da die Chancen, den 1. Preis zu gewinnen, direkt proportional zu ihrer verwendeten Menge sind.



 

Zu guter Letzt:

Zu diesem ABC: 

Honni soit qui mal y pense!