Modellbau-ABC von Wilfried Eck

 
 
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B

 

B-17 und B-24 Bugstand B-17 und B-24 Verletzungsrisiko Bespannung Betrachtungsabstand Blechstoß Boyington Bush, George

 
B-17: Um Frontalangriffen besser begegnen zu köpnnen, ab B-17G Bendix Kinn-Turm. Handhabung durch den Bombardier und technische Details (in Englisch) siehe:
  http://www.lonesentry.com/blog/bendix-chin-turret.html
  Anmerkung: In seinen Memoiren sagt OLt. Fred Huston dass im Einsatz dieser Turm wegen schwacher Elektrik zum Steckenbleiben neigte, so dass er prinzipiell das handgeführte Bug-MG verwendete.
   
B-24: Bei der im Bug anfänglich noch schwächer bewaffneten B-24 wurde ab Version -H ein Ford/Emerson-A-6–Turm mit Zieloptik eingebaut, was mehrere tausend Zellenmodifikationen erforderlich machte. Standard bei der B-24J. -  Film:
  https://www.youtube.com/watch?v=M_eQx_7J2Gk

 



 

B-17 und B-24 Verletzungsrisiko:

Wer war am meisten gefährdet? - Der Heckschütze oder der im Bauchturm? Oder gar andere Besatzungsmitglieder?

Diese ärztliche Statistik gibt Aufschluss darüber und darüber hinaus, ob man in einer B-17 oder B-24 großere Chancen auf Rückkehr hatte. - In englischer Sprache.

http://history.amedd.army.mil/booksdocs/wwii/woundblstcs/chapter9.htm

 



Bespannung:

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Lange Zeit Gewicht sparende Oberfläche von Flugzeugzellen. Die durch Vernähen aufgebrachte Leinwand wurde mit Schichten von Porenfüller, Spann- und Decklack gespannt und gegen Witterungseinflüsse versiegelt. Im Ergebnis straff wie ein Trommelfell und spiegelglatt.

Ein einziger Blick auf das Original zeigt, dass wellenförmige Durchhänger und "Textilstruktur" üble Konzessionen an Detailfreaks sind, die den konstruktiven Aufbau auch äußerlich visualisiert sehen möchten. Im Klartext: Schwachsinn! Eine durchhängende, nicht straff gespannte Leinwand würde im Flug flattern und abreißen. Textilstruktur ist bereits am Esstisch kaum erkennbar, maßstäblich verkleinert mit Sicherheit gar nicht. Davon abgesehen ist ein Tischtuch nicht mit Porenfüller, Spann- und Decklack versehen.

Ein Blick auf das Original zeigt auch, dass sich Bespannung auch nicht durch überstehende Leisten bemerkbar macht.

Im Modell lassen sich solche Ausrutscher  nur mit Mühe korrigieren. "Textilstruktur" lässt sich abschleifen, bei den üblichen Durchhängern zwischen den Rippen hilft allerdings nur  Verspachteln: Spachtelmasse  bündig zwischen den Rippen auftragen, gründlich trocknen lassen und dann sachte verschleifen. Da Polystyrol härter ist, als Spachtelkitt, treten die Rippen minimal hervor, gerade so wie im Original).

Leichter wird es bei WK I-Flugzeugen oder sonstwie überdetailierter Bespannung. Neue Teile kann man mit geringem Aufwand selbst machen:

Seite Bespannung selbst gemacht.

 



 

Betrachtungsabstand:

Abstand zum Objekt. Ein Modell wird üblicherweise aus einer Entfernung von 50-100 cm angesehen. Anhand des Maßstabs lässt sich leicht ausrechnen, wie weit man vom Original entfernt wäre. Das wären bei 1/48 grob geschätzt 30 Meter. Alle Einzelheiten, die da noch erkennbar sind, sollten auch im Modell zu sehen sein. Auf alle, die nicht sichtbar sind, kann man verzichten bzw. sollte man sogar, um das Modell nicht unrealistisch überdetailiert zu machen. Dies gilt insbesondere für Blechstöße. 

Beispiel hierzu: F-4F nachstehend bei "Blechstoß."

 



 

Blechstoß:

Detail F-15

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Fuge zwischen zwei Beplankungsblechen. Im Original etwa so stark wie ein Bleistiftstrich (vgl. Nahaufnahme F-15). Größere Abstände verbieten sich aus aerodynamischen Gründen. Die Maschine böte zuviel Widerstand und würde, so sie überhaupt vom Boden abheben könnte, bei höherer Geschwindigkeit zerlegen. Im Übrigen ist nicht alles, was im Plan als Strich erscheint, im Original ein Blechstoß.

Im WK II waren die meisten Flugzeuge überlappend vernietet. Blechstöße waren deshalb nur um Wartungsklappen oder Baugruppen zu sehen.

Bereits eine überschlägige Rechnung zeigt, dass sich ein Blechstoß von im Original durchschnittlich 0,2 mm im Modell in Tausendstel Millimeter niederschlagen müsste, also nicht mehr darstellbar ist. Warum also etwas, was schon im Original auf kurze Entfernung nicht mehr sichtbar ist (falls überhaupt vorhanden), im Modell durch schwarze Farbe hervorheben? Das Modell wird dadurch realitätsferner. Niemals sieht eine echte Maschine so kariert aus.

Die gerne verwendete Begründung, in einem Blechstoß sammele sich Schmutz an, braucht nicht näher auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft zu werden. Ein Blechstoß wird durch Schmutz nicht breiter.

Ein weiterer Punkt ist der Betrachtungsabstand zum Modell. Ein dreiviertel Meter würde im Original ca. 30 Meter betragen. Auf diese Entfernung ist von Blechstößen nichts mehr zu erkennen (Beispiel obige F-4F).


Eine Ausnahme, die einzige, soll der Korrektheit halber nicht verschwiegen werden: Es gab einen Typ, dessen Blechstöße so weit auseinander klafften, dass die Maschine am Boden ständig an Treibstoff verlor und deshalb gleich nach dem Start wieder aufgetankt werden musste. Das konnte sich so lange wiederholen, bis die Maschine ihre Standardreisegeschwindigkeit erreicht hatte. Das war jenseits von Mach 3. Durch die Hitzeausdehnung (die Maschine wurde insgesamt 8 - 10 cm länger) schlossen sich dann die vormaligen Spalten. Der Typ hieß SR-71. 

 



 

Boyington, Greg:

Geboren am 4. Dezember 1912 in Coeur d'Alene, Idaho erlangte G.B. als Mitglied der "Flying Tiger" in China erste Bekanntheit. erste Bekanntheit. Die Zahl seiner Abschüsse japanischer Flugzeuge ist allerdings umstritten. Nach Wiedereintritt in das US Marine Corps legendärer Kommandeur der VMF-214 "Black Sheep". Gleichermaßen berühmt als Staffelkapitän wie als Raufbold und Trinker. Nach (teilweise hinzugedichteten) Abschüssen am 03.01.1944 abgeschossen. Die Behauptung Masajiro Kawatos, er sei es gewesen, konnte nicht verifiziert werden. Boyington überlebte die japanische Gefangenschaft, verfiel dann aber wieder dem Trinken. Dann "trockener Alkoholiker", Berater im US-Film "Baa baa black sheep" (frei erfundene Episoden der VMF-214). Gestorben am 11. Januar 1988 in Fresno, Cal.

Im Modell ist zu berücksichtigen, dass Greg Boyington nach eigener Aussage in seinem Buch "Baa Baa Black Sheep" darauf bestand, an seiner Maschine keine Abschussmarkierungen zu haben, um nicht den Gegner auf sich aufmerksam zu machen. Das veröffentlichte Foto, das solche Abschussmarkierungen zeige, sei ein reines Propagandafoto, bei dem die Markierungen nur zu diesem Zweck aufgeklebt worden waren. Im Übrigen sei es gar nicht seine Maschine gewesen, sondern eine zufällig in der Nähe stehende.

Einer von vielen Links zu diesem Thema:

http://www.acepilots.com/usmc_boyington.html

 



 

Bush, George:

Weltweit bekannt als Präsident der Vereinigten Staaten. Im 2. Weltkrieg Pilot von TBM-1C "Avenger" Torpedobombern, Squadron VT-51 auf dem Flugzeugträger CVL-30 San Jacinto.

Dass er sein Flugzeug "Barbara" getauft hatte, ist bekannt. Unbekannt hingegen, dass es nicht nur eine Maschine mit diesem Namen gab, sondern drei.

Farbzeichnungen und kurze Story seiner Einsätze siehe eigene Seite.