Modellbau-ABC von Wilfried Eck

 
 
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"Textilstruktur" 

Trägerflugzeug

Trockenmalen

 

 

 

"Textilstruktur"

Kett- und Schussfäden mag man, wenn man nahe genug herangeht, beim heimischen Tischtuch erkennen, niemals aber an einem Modell, bei dem allein durch den Verkleinerungsmaßstab die Fäden nicht mehr abbildbar wären. Im Original ist/war eine Bespannung glasglatt. Damit der Stoff gegen Verwitterung geschützt war/ist und im Flug nicht flattert/e, wird/wurde er mit Grundierung, Porenfüller, Spann- und Decklack versiegelt. Die Bespannung ist/war  straff wie ein Trommelfell und hochglänzend. Matt wird sie nur durch eine entsprechende Farbschicht.




Trägerflugzeug:

S-3 on deck

Foto: US Navy

Auf einem Flugzeugträger (siehe Seite F) eingesetztes Flugzeug.

Auch wenn ein Flugzeugträger riesig erscheint. ist die für den Flugbetrieb zur Verfügung stehende Fläche relativ klein. Trägerflugzeuge verfügen deshalb über Besonderheiten, die sie von nur für den Landbetrieb bestimmten unterscheiden:

Um die benötigte Anzahl von Flugzeugen unterbringen zu können, müssen sie platzsparend, d.h. mit beigeklappten Tragflächen geparkt werden. Nur unmittelbar vor dem Start werden die Tragflächen ausgeklappt. Ebenso werden sie unmittelbar nach der Landung wieder beigeklappt.

Wartung findet im Hangardeck unterhalb des Flugdecks statt. Dem gegenüber wird aus Sicherheitsgründen - anders als im WK II - die Munition nur an Deck geladen.

Da üblicherweise an Deck alles dicht an dicht steht und jede Verzögerung unmittelbare Auswirkungen auf den gesamten Flugbetrieb hat, kommt für die Besatzung sogar dem Auffinden des ihnen zugeteilten Flugzeugs Bedeutung zu. Das individuelle Kennzeichen findet sich deshalb oft an verschiedenen Stellen, damit es auch aus ungünstiger Sicht erkannt werden kann.

Individuelle, persönliche Kennzeichen, sind an Trägerflugzeugen nur sehr selten zu sehen. Das liegt daran, dass sie keinem Piloten persönlich zugeteilt werden. Man fliegt die Maschine, die einem zugeteilt wird. Namensaufschriften besagen insoweit gar nichts. Sie werden hierarchisch zugeteilt. Die Maschine mit der -00 Nummer ist  zwar dem Geschwaderkommandeur zugeteilt, die -01 dem Staffelkommandanten und so fort, wer aber welche Maschine wann fliegt, ist individuell verschieden.

Moderne Trägerflugzeuge verändern ständig ihr Aussehen. Es beginnt damit, dass bei Landstationierung die Aufschrift mit dem Trägernamen verschwindet und endet in der turnusmäßigen Generalüberholung, bei der die Maschine komplett zerlegt, inspiziert und erforderlichenfalls mit Neuteilen ausgestattet wird. Nach der Neulackierung wandert sie in einen Pool, aus dem dann die Zuteilung an die Einheiten erfolgt, die ihrerseits ihre Markierungen anbringt. So manches Flugzeug ist damit älter als der Pilot seine Schwingen hat.

Alle Trägermaschinen werden seit jeher ständig einer Korrosionskontrolle unterzogen, so dass zwar Übermalungen, nicht aber blanke Stellen sichtbar sind.

"Abschussmarkierungen" wurden im WK II oftmals nur in Form von Aufklebern für Publicity-Fotos angebracht, da die Abschüsse eines einzelnen Piloten mit verschiedenen Flugzeugen erzielt worden sein konnten. Verbreitet war hingegen, die Erfolge aller Squadrons an der Insel des Trägers aufzulisten. Persönliche Markierungen waren offiziell verboten (die "Barbara" von George Bush zeigte nach seiner Aussage  weder diesen noch seinen eigenen Namen). Soweit Aufschriften dennoch zu sehen waren, bildeten sie die Ausnahme. Bei gegenwärtigen sind Namensaufschriften mit sog. "moniker", also Rufnamen (diesen muss sich der Pilot nicht unbedingt selbst ausgesucht haben, er wird ihm verliehen oder angehängt und kann z.B. auch "Crash" lauten), zwar Standard, aber, wie gesagt, nur als Zusatz zu einer Aufschrift, die nach Rangordnung angebracht wird und nichts mit einer persönlichen Zuordnung der Maschine zu tun hat.


Erläuterung von Squadronbezeichnungen und Nummerierung s. Seite V, "VF, VA"

Markierungen der US NAVY 1938 - 1945 allgemein  s. Seite "Markierungen".

Einzelheiten zu aktuellen Air Wings: http://www.lemoore.navy.mil/cags/index.html.

Seriennummern von USN-Flugzeugen und deren Verbleib: http://www.joebaugher.com/navy_serials/navyserials.html

Modellbau: Wie ein realistisches Diorama aussehen sollte und wie nicht,  siehe. Seite D.



 

Trockenmalen:

Methode des Akzentuierens, die in Modellbaukreisen durch Francois Verlinden eingeführt wurde. Man nimmt dazu einen Pinsel bester Qualität, taucht ihn in die heller bzw. dunkler als der Untergrund angemischte Farbe und drückt ihn anschließend auf einem Tuch solange wieder aus, bis (vermeintlich) nichts mehr zu sehen ist. Erst dann wird sanft über die gewünschte Stelle des Modells gestrichen. Durch den dennoch verbliebenen Farbrest entsteht so ein zarter Farbton, der z.B. stärker beleuchtete Stellen im Gesicht besser zur Geltung kommen lässt. Das Ganze will aber gekonnt sein! Selbst mit etwas Erfahrung kann es leicht zu einer körnigen Oberflächen kommen. Für weniger Geübte erscheint mir die umgekehrte Alternative besser: Entsprechende Stellen heller bemalen und gut trocknen lassen. Dann mit verdünnter dunklerer Farbe übermalen. Etwas warten und mit einem mit Verdünnung benetzten Tuch sachte abwischen. In den vertieften Stellen bleibt so die dunklere Farbe stehen. Will man dunklere Ecken an Gerätschaften, Fahrwerksschächten etc., benetzt man sie mit Verdünnung und lässt  stark verdünnte Farbe hineinlaufen.