Modellbau-ABC von Wilfried Eck

 
 
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Lackabplatzer Leuchten Lob "Lozenge Pattern" Luftschraube

Lackabplatzer:

Lack, der über einer Grundierung aufgebracht wurde, das war und ist allgemeiner Industriestandard, platzt nicht von alleine ab.

Scharf begrenzte Stellen blanken Metalls entstehen deshalb in der Regel nur durch Gewalteinwirkung (Kratzer, Kollision) und nur an Stellen, wo eine solche möglich ist.

Die andere Variante, blanke Stellen mit verlaufenden Konturen, können entstehen durch a) häufigen Kontakt mit schmirgelnden Oberflächen (z.B. Sand, Staub) oder b) durch exzessive Luftreibung (hohe Machzahl). Zumindest in ersterem Fall erst im Laufe der Zeit, in letzterem Fall abhängig von der Art des Lacks. Moderne Flugzeuge haben hochfesten Lack (Abgeschmirgelte Stellen wegen Überschallflug durch.eine Staubwolke sind zwar theoretisch denkbar, aus verschiedenen Gründen aber äußerst unwahrscheinlich).

Japanische Lacke des 2. WK waren keineswegs schlechter als westliche und nicht selten waren bei Flugzeugen des Heeres blanke Stellen Absicht  (s. hierzu Seite J "Grundzüge Lackierung"). An Flugzeugen der Marineluftwaffe waren blanke Stellen - so überhaupt zu sehen - Gebrauchspuren, keine Lackabplatzer.

Siehe hierzu auch Seite A, "Alterung".

Im Ergebnis: Blanke Stellen am Modell können im Einzelfall Sinn machen. Unsinn ist aber die Behauptung "... die üblichen Lackabplatzer." Lackabplatzer waren und sind nicht allgemein üblich. Und schon gar nicht an den Flügeln einer Mosquito oder Me 163 oder dem Antennenmast einer A6M Zero. Alles Holz, was aber Modellbauer nicht weiter abgehalten hat.

Im Modell:

A) Vorher Fotos des Originals ansehen. Am Eismeer sind Sandstürme sehr ungewöhnlich, ebenso auf Flugzeugträgern.
B) Abgeschmirgelte Stellen mit unregelmäßigen, verlaufenden Konturen macht man am besten, indem man den originalen Verlauf nachahmt. Die entsprechenden Stellen werden vor dem eigentlichen Lackauftrag mit Grausilber versehen und nach dem Trocknen mit der eigentlichen Farbe überspritzt. Dann sachte Bearbeitung mit Schleifpapier. Alternative: Ein alter, fast ausgetrockneter Silber-Filzstift.

 



Leuchten:

Navigations- Positions- und Warnleuchten. Die Ersteren an den Flügelenden und am Heck, Letztere typabhängig angebracht, aber immer so, dass die Warnfunktion klar erkennbar ist.

Im Modell: Man kann entsprechende Teile kaufen. Man kann sie aber auch selber machen. Das kostet gar nichts, weil man den Gießast für die Klarsichtteile verwendet,  und ist auch ganz einfach:

Siehe Skizzen mit Beschreibung.



 

Lob:

Bestes Schmier- und Antriebsmittel für den Modellbaubetrieb. Höchstes Lob ist die Anerkennung eines Experten. Diese/n findet man am ehesten in Modellbauclubs.


 

 

Lozenge pattern:

Englischer Ausdruck, der übersetzt das Gleiche heißt, wie im Deutschen: "Rautenmuster." Und es hieß auch ganz offiziell so, denn es wurde ausschließlich von deutschen (und österreichischen) Werken hergestellt und nur von deutschen (und österreichischen) Flugzeugen des 1. Weltkriegs getragen.  Rätselhaft deshalb, weshalb deutsche  Modellbauer so gerne "lodsensch beddern" sagen. Darf's vielleicht demnächst auch "one o nine" sein?

Im Original war das Tarnmuster werkseitig auf den Stoff gedruckt, wobei es mehrere Variationen gab (für Bomber wurde z.B. gerne ein Muster aus Hexagonalenverwendet). Einheitlich hingegen die Verwendung eines helleren Musters für die Unterseiten.

Nach dem Aufbringen und Vernähen der Stoffbahnen erhielten diese einen Auftrag aus Spannlack, dann Porenfüller, darüber dann soviele Lagen Firnis, bis die Oberfläche glatt und glänzend war.

Da das Schmieröl - Rhizinus! - der damaligen Motoren dem Treibstoff zugesetzt war, trat es zusammen mit dem Abgas aus, d.h. bei einem Umlaufmotor ("Umlauf" weil er sich zusammen mit der Luftschraube drehte) wurden Zelle und weite Teile der Tragfläche ständig mit Öl eingenebelt.

"Alterung" von Bespannstoff ist somit ein Modellbauermärchen, das wohl nur dazu dient, die Bemalungskünste des Erfinders hervorzuheben.

Fotos s. Seite R,"Rautenmuster"



 

Luftschraube:

Teil, das sich in die Luft schraubt und damit entsprechend Mr. Newton ("actio = reactio") einen Vortrieb erzeugt. In den Anfangsjahren immer aus verleimten und profilierten Holzschichten, aber auch im 2. Weltkrieg noch durchaus gebräuchlich, weshalb man z.B. bei einem Ju-87-Modell Abriebspuren mit silberner Farbe besser bleiben lässt. In diesem Punkt kommt man um eine Recherche, welcher Typ Holz- und welcher Metallluftschrauben hatte, nicht herum (Merke: "Die üblichen Alterungsspuren" gibt es nicht, da typ- und einsatzabhängig).

Bausätze geben Luftschrauben aus fertigungstechnischen Gründen meist nur in vereinfachter Form wieder. So ist z.B. die sog. "Schränkung", d.h. der abnehmende Anstellwinkel zur Spitze hin, nur selten zu finden. Wesentlich häufiger, vor allem in kleinen Maßstäben, ist sie zu dick, und das fällt dann insbesondere auf Modellfotos unangenehm auf. Abhilfe ist zwar durch dünner schleifen möglich,  äündert aber an einer fehlenden Schränkung gar nichts. Man kann Luftschrauben aber durchaus und auch recht einfach selber machen, vor allem wenn an der Kontur ohnehin etwas nicht stimmt.

Beschreibung Eigenbau mit Skizze s. eigene Seite.