Modellbau-ABC von Wilfried Eck

 
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Faller

Farbe
Farbkanten

Figuren

FIMO

Flugzeugträger

(Modell-) Fotos


 

 

Faller:

Modelleisenbahn-Zubehör von Faller ist so ziemlich jedem bekannt. Aber wer weiß schon noch, dass Faller in den sechziger Jahren Flugzeugmodell-Bausätze in 1/100 anbot?  Nicht unbedingt hundertprozentig detailgetreu, nach heutigen Maßstäben geradezu primitiv, aber das sah man damals nicht so eng (Airfix-Bausätze - im Plastikbeutel - waren auch nur "naturähnlich"). Meine Faller-Modelle sind natürlich alle schon den Weg alles Irdischen gegangen. Aber einige noch vorhandene Bauanleitungen zeigen, welche Modelle man damals hatte und wie sich der Modellbau seither weiterentwickelt hat.

Faller Bf/Me 109 und Elektromotor dazu, Foto v. Rudolf Sommerer

 
Ju 87
Beispiele Bauanleitungen


 

Farbe:

Der Modellbauer unterscheidet zwischen "Enamel"- und Acrylfarbe. Ersteres wird als "Emailfarbe" verstanden und ist eigentlich Quatsch, da wirkliches Email eingebrannt wird. Richtiger - und so kennt es der Maler - wäre Kunstharzfarbe. Zu verdünnen mit Terpentin oder - für Plastikmodelle weniger geeignet - Benzol/Nitroverdünnung. Acrylfarbe hingegen ist wasserlöslich.
 
Der für das Modell passende Farbton sollte eigentlich kein Problem sein, da von verschiedenen Herstellern angeboten. Die Originalfarbe ist allerdings auf ihr Erscheinen im hellen Sonnenlicht abgestimmt, während das Modell dort nur selten stehen wird. Im Zimmer wirkt der exakte Farbton also dunkler. Da zudem vor allem bei kleineren Maßstäben proportional weniger Rückstrahlfläche vorhanden ist, trägt dies zusätzlich zu einem dunkleren Erscheinungsbild bei.
 
Wer gealterte Farbe simulieren will (Achtung, kommt nur unter extremen Bedingungen vor und überhaupt nicht bei Maschinen, deren Lebensdauer nur kurz war, die Farbe also gar keine Zeit zu Verwittern/Ausbleichen hatte) solle nur mit einem verwandten Farbton aufhellen. Rot und Braun mit Gelb, Dunkelblau mit Hellblau, etc.
 
Das eigentlich Wichtige aber kommt noch: Wirklich Matte Farbe war extrem selten. allenfalls bei Nachtjägern, aber auch hier nur vorübergehend, weil sie ständig ausgebessert werden musste. In allen anderen Fällen war (und ist) ein leichter Glanzschimmer zu sehen ("Eierschalenglanz"). Umgekehrt bedeutet Glanzfarbe im Normalfall keineswegs Airshow-Hochglanzpolitur. Sie glänzt nur etwas mehr als die nicht glänzende.
 

Ist Letzteres beherzigt, ist alles Übrige Glaubenssache. Fertig gemischte ist zu dunkel und damit ebenso richtig oder falsch wie eine selbst angemischte, die nicht allzu krass abweicht.

s. auch Seite "Farben US Navy 1941-1945"

s. auch Seite "O - Originalfarben"

s. auch Seite "Markierungen der US Navy 1936-1945"



 

Harte Farbkanten vermeiden:

Wenn es um eine absolut gerade Farbkante geht, kann freihändig spritzen problematisch werden. Der Experte arbeitet hier mit Abdeckband, handelt sich damit aber ein anderes Problem ein. Klebt das Abdeckband zu gut, löst es beim Abziehen die darunter liegende Farbschicht mit ab. Bei einem weniger gut haftenden Abdeckband besteht dem gegenüber die Gefahr, dass die Farbe darunter kriecht, der Zweck des Ganzen also ins Gegenteil verkehrt wird.

Selbst bei optimalem Material gilt es dennoch,  eine weitere Hürde zu nehmen:  Bei hellen, schlecht deckenden Farben (insbesondere Leuchtorange!) erhält man durch das erforderliche mehrmalige Spritzen eine scharfe, leicht erhabene Kante, die man sehen und fühlen kann.

Die Lösung: Spritzen über eine Schablone (s. dort).



 

Figuren:

2 Strichmännchen

Preisfrage: Welche der beiden Strichmännchen ist ein Kind?

Aller Wahrscheinlichkeit nach werden Sie auf das linke getippt haben (obwohl doch beide gleich groß sind). Der Grund erklärt sich aus dem Kopf-/Körperverhältnis ("großer Kopf = Kind") und damit aus einem angeborenen Schutz- und Pflegeinstinkt. Große Augen verstärken dies noch.

Dass manche Modellfiguren so kindlich/puppenhaft aussehen, hat seine Ursache in einem für Europäer unzutreffenden Kopf/Körper-Verhältnis. Bei Europäern beträgt es 1/8 bis maximal 1/7, bei Japanern ist es weniger. 

Figuren können ein Modell oder Diorama ungemein beleben. Oder entwerten. Weil irgendetwas daran nicht stimmt. Seien es falsche Proportionen oder sonst etwas, was ein normaler Mensch nicht hat.

Es beginnt mit einer Selbstverständlichkeit, die aber beileibe nicht von allen Herstellern berücksichtigt wird: Piloten haben auch einen Hals!  Korrektur: Kopf abschneiden, passendes Stück Gießast einsetzen.

Mit Sicherheit verhunzen kann man eine Figur, wenn man kreisrunde Pupillen einmalt.  Natürlich ist die Pupille rund, sie wird aber, wenn der Mensch nicht gerade fürchterlich erschrickt oder die Basedow'sche Krankheit hat, teilweise von den Augenlidern verdeckt, wie man sich unschwer durch einen Blick in den Spiegel überzeugen kann. Das Weiße im Augapfel kann man ab 1/32 oder höher malen, bei kleineren Maßstäben wirkt es schnell unnatürlich. Ich male bei 1/48 als erstes einen winzigen Fleck und  setze an der entsprechenden Stelle (also innerhalb der Pupille) einen leichten Bogen darüber, wobei ich nur auf die Innenkante achte. Nach dem Durchtrocknen wird dann so mit Hautfarbe übermalt, dass oben nur ein hauchfeiner Strich übrig bleibt und unten ebenfalls eine leichte Überdeckung stattfindet. Die Augenbrauen werden mit Farbstift zart angedeutet. Wer will, kann noch hervortretende Partien mit hellerer Farbe hervorheben, die Verlinden'sche Trockenmalmethode führt aber leicht zu körniger Oberfläche (im Zweifelsfall lieber bleiben lassen).

Versuchen Sie niemals (never, pas jamais!) eine vorhandene Figur umzuarbeiten. Sie bekommen garantiert eine unnatürliche Haltung. Aus einem hängenden Arm wird nicht dadurch ein erhobener, dass man ihn anders herum anklebt, wie Sie leicht selbst feststellen können: Bei ausgestreckt erhobenem Arm liegt die Schulter knapp neben dem Ohr und das Becken hat sich nach der Seite verschoben; bei senkrecht gestrecktem Arm hat sich zudem die Körpermitte nach vorne bewegt. Selbst wenn man den Arm nur leicht anhebt, geht man etwas ins Hohlkreuz. Jede Bewegung teilt sich dem ganzen Körper mit, der sich entsprechend anpasst. Mit anderen Worten: Es ist einfacher, eine Figur selber zu machen:

Den Rumpf baut man aus ovalen Scheiben bzw. Keilen auf, für Arme und Beine nimmt man Gießäste entsprechender Stärke, über einer Kerzenflamme entsprechend zurechtgebogen und dann passend zurecht gefeilt. Für Kopf und Hände verwende ich zugegebenermaßen auch Teile von Verlinden-Figuren, erforderlichenfalls entsprechend modifiziert. 

Einfache Methode für die Bekleidung: Figur "nackt" herstellen, Bekleidung mittels Spachtelkitt aufbringen, Faltenwurf schon grob berücksichtigen, Feinarbeit nach dem Trocknen mittels Schleifpapier und/oder Skalpell. Zum Faltenwurf: Läuft immer von einer Belastungsstelle zur nächsten. Am besten Fotos konsultieren.

Ich habe auch aus der Knetmasse "FIMO" Figuren gemacht (ca. 12 cm), siehe unten.



 

FIMO:

 
 

Knetmasse, die im Ofen hart wie Holz wird. Kann auf Hochglanz poliert werden. Bekommt man in jeder Spielwarenabteilung oder in Hobbygeschäften. Im Modellbau vielseitig verwendbar.

Zum Beispiel für die Handgriffe von Schleudersitzen. Deren gelb-schwarze Markierung läuft, wenn man genau hinsieht, spiralförmig (s. Seite Originalfotos 1) und nicht, wie bei Modellen meist zu sehen, abschnittsweise. Eine Spirale zu malen ist aber sehr schwer bis fast unmöglich. Ab 1:48 hilft hier FimoHier hilft Fimo ab 1:48:

Nach dem Weichkneten je einen dünnen Strang Gelb und Schwarz solange unter leichtem Ziehen verdrehen, bis die gewünschte Stärke ("Dünne") erreicht ist. Dann auf einem Stück Blech (z.B. aus Tiefkühlschalen) brezelförmig anordnen und dieses mit etwas Abstand über eine Kerzenflamme halten. Wenn das Material anfängt, leicht zu glänzen, ist es in jedem Fall fertig, wenn es leicht raucht, ist es schon recht "well done." Am besten mit einem einfachen Stück ausprobieren.

Eine weitere und bewährte Methode wäre die Erzeugung einer Form für das Ziehen von Cockpithauben.

Fimo kann sowohl gemischt als auch bemalt werden. Man kann sogar ganze Figuren daraus machen, wie nachstehendes Beispiel zeigt.

Fimo figurine

Klick für Vergrößerung

Zum Verkleben von Teilen benötigt man Sekunden- oder Zweikomponentenkleber.

Aus Fimo kann man auch sehr schön (und einfach!) Wasser für Schiffsmodelle etc. machen (s. Seite W)



 

Flugzeugträger:

 

Foto: US Navy

 

Foto: US Navy


Mobiles Flugfeld.  Projektion der Macht. Der politische Wert eines Flugzeugträgers besteht in seiner bloßen Anwesenheit, der Option, dem erklärten Willen militärisch Nachdruck verleihen zu können. Militärisch in der Möglichkeit, auch fern  von Landbasen liegende Ziele angreifen zu können.

Der Machtbereich eines Flugzeugträgers (und damit des ihn entsendenden Landes) bestimmt sich nach der Reichweite seiner Flugzeuge. In zweiter Linie, wie schnell ein Flugzeugträger eine solche Position erreichen kann und welche Waffen zum Einsatz gebracht werden können.

Umgekehrt machen ungenügende Reichweite und/oder ungeeignete Flugzeuge einen Träger nutzlos (vgl. hierzu Beispiel der deutschen  "Graf Zeppelin" ).

Wie der Krieg im Pazifik zeigte, waren im Seekrieg Flugzeugträger und nicht Schlachtschiffe die Hauptwaffe der Marine, im US-Fall vor allem zur Unterstützung von Landungsunternehmen. Japan, das eine starke Trägrerflotte hatte, war nach dem Verlust von vier Trägern bei Midway so geschwächt, dass offensive Kriegsführung nicht mehr möglich war. Bei den Briten standen zwar durch Lend-Lease-Verträge genügend kleine Geleitträger zur Verfügung, man hatte aber Probleme, das erforderliche Personal zu bekommen.

Gegenwärtige Flugzeugträger der US Navy sind entweder der Atlantik- oder der Pazifikflotte zugeteilt, ebenso die dazu gehörenden Air Wings (in etwa einem Geschwader vergleichbar). Sie sind leicht an den Kennbuchstaben am Seitenleitwerk auseinander zu halten. Atlantikflotte Buchstabe "A", Pazifikflotte "N" (der weitere Buchstabe kennzeichnet dann die Air Wing). Jeder Flugzeugträger ist kreisförmig von Begleitschiffen und U-Booten umgeben, die die Sicherung übernehmen. Dazu kommen im Bedarfsfall Versorgungsschiffe. Gleiches gilt im Prinzip für Flugzeugträger anderer Länder.

Dem Vorteilen eines Flugzeugträgers - hohe Beweglichkeit und Einsatzfähigkeit - stehen als Nachteile die immensen Bau- und Betriebskosten sowie sein beschränkter Raum entgegen. Verglichen mit Landbasen ist die  für Starts und Landungen zur Verfügung stehende Fläche auch heute noch geradezu winzig. Wie schon im WK II sind beiklappbare Tragflächen obligatorisch, will man eine ausreichende Zahl von Flugzeugen mit sich führen. Soweit nicht Senkrechtstarter zum Einsatz kommen, sind Start und Landung nur mit technischer Unterstützung möglich. Ein Flugzeugträger ist zwar ein mobiler Flugplatz, jedoch ohne dessen Abmessungen.

Das schlägt sich auch im Betriebsablauf nieder. Filme über moderne Träger finden sich im TV und bei YouTube.

 

Für den WK II-Modellbau:

  • Hat eine Wildcat, Hellcat, Corsair oder Avenger eine Markierung am Seitenleitwerk (s. dort), war sie auf einem Flugzeugträger stationiert und nicht auf einer Südseeinsel. Um eine möglichst große Anzahl von Flugzeugen zur Wirkung bringen zu können,  waren im Stand, wenn technisch vorgesehen, die Tragflächen beigeklappt. Ausgeklappt, also in Flugstellung sah man sie normalerweise nur unkittelbar vor dem Start oder der Landung. - Da aber saß die Besatzung drin.
  • F4U Corsairs des US Marine Corps waren bis Ende 1944 nur auf eroberten Inselstützpunkten stationiert. Dass die der VF-17 der Navy auch ein halbjährliches Gastspiel auf Vella Lavella gaben, war eine Ausnahme.
  • Strikte Trennung der Operationsgebiete von US Army und US Navy/Marine Corps! - Niemals waren Hellcats etc. auf einem US Army-Stützpunkt zu sehen. Auch keine notgelandete, weil die Operationsgebiete viel zu weit auseinander lagen..
  • Auch wenn x-Tausendfach zu sehen: Die Flugdecks aller Flugzeugträger waren nicht holzfarbig, sondern getarnt. Einerseits um die Entdeckung zu erschweren, andererseits Vollsaugen der Decksbalken mit Wasser und damit Toplastigkeit zu verhindern.

 

Der Pazifik war in zwei Operationsgebiete aufgeteilt. Der Südpazifik, Neuguinea und nördliche Inselkette, Grenze Guadalcanal,  unterstand der US Army, der Mittel- und Nordpazifik der US Navy, angeschlossen das Marine Corps.  Angriffe auf japanische Stellungen und Unterstützung von Landungsunternehmen erfolgten ausschließlich durch Flugzeuge der Träger-Task Forces. In der Praxis: Niemals Operationen von US Navy und Marine Corps von der südpazifischen Inselkette nördlich von Neuguinea aus (US Army Gebiet). Sicherung eroberter Inseln im Mittelpazifik durch das Marine Corps und dessen Flugzeuge (nur vereinzelt auch Squadrons der USN).  Da Träger fernab jeder Inseln operierten, Notlandungen nur im Wasser möglich.

Flugdecks waren nicht holzfarbig, sondern getarnt!

Anders als uns nachkolorierte Schwarzweißfotos weismachen wollen, waren WK II-Flugdecks keineswegs holzfarbig. Das zur Gewichtsersparnis verwendete Tannenholz (bei Mahagoni oder Teak hätte es Lieferprobleme gegeben) wurde aus mehreren Gründen mit Farbe versehen: Erstens würde gelbbraunes Holz zu sehr gegen den blauen/blaugrüne See kontrastieren, also das Gegenteil von Tarnung darstellen, zweitens würde von Seewasser oder Regen durchweichtes Holz zusätzliches Gewicht über die Wasserlinie bringen und damit die Stabilität verringern. Drittens ist blankes Holz glitschig.

Zur Farbe bei US-Trägern: Wie die Rumpfseiten der Flugzeuge, also zuerst blaugrau (analog ANA 608, FS 35164), dann schwarzblau (ANA 607, FS 35042). Markierungsstreifen auf Blaugrau Hellgrau, bei blauschwarz getarnten seltsamerweise (wg. Kamikaze?) Schwarz. Bei japanischen Grüntöne; britische nicht sicher feststellbar.

 


Für weitere Informationen äußerst empfehlenswert (meist in Englisch):
 
Liste von US-Flottenträgern: http://www.chinfo.navy.mil/navpalib/ships/carriers/cv-list1.html
Liste von US-Geleitträgern: http://www.hazegray.org/danfs/carriers/cve.htm
Einzelheiten zum Buchstabencode der US Navy: http://www.history.navy.mil/avh-1910/APP23.PDF
Einzelheiten zu sonstigen Markierungen (VF, VA etc): Modellbau-ABC Seite V
Farben der US Navy 1941-1945 (Flugzeuge): ABC\Farben US Navy\Farben_US-NAVY.htm
Markierungen von US-Trägerflugzeugen 1938-1945 (3 Teile): Seite Markierungen US Navy
Homepage US Navy:  http://www.navy.mil/
Geschichte der US Navy: http://www.history.navy.mil/
WK II-Fotos:  http://www.daveswarbirds.com/navalwar/frames.htm
Farben des Flugdecks WK II ("Vorkriegsmahagoni" falsch):  
Farben der Träger insgesamt ("measures"):

 

Verfahren Katapultstart auf einem Geleitträger (YouTube): http://www.youtube.com/watch?v=Fx7Gto1zrrg
Verfahren Landung u. Parken auf einem Geleitträger (YouTube): http://www.youtube.com/watch?v=bfkwjU8k6W4
 
 


 

Modell-Fotos

"Für ein gutes Modellfoto braucht man eine gute Kamera."

Falsch!

Für ein gutes Modellfoto braucht man ein gutes Modell.

Eine gute Kamera kann zwar nicht schaden,  am besten natürlich eine Digitalkamera mit ihren zahllosen Bildbearbeitungsmöglichkeiten. Das ist aber nicht so sehr entscheidend, weil man gerade bei einer guten Kamera ein schlechtes Modell umso deutlicher sieht.

Ein gutes Modell ist, meine ich,  eines, das man auf einem Foto nicht vom Original unterscheiden kann. 

  • Keine ausgemalten Blechstöße. Falls überhaupt vorhanden, sind sie im Original schon auf kurze Entfernung nicht mehr zu sehen.
  • Keine übertriebene "Alterung". Eine Einsatzmaschine mag gebraucht aussehen, ist aber kein Schrotthaufen. Allenfalls Abgasspuren zart andeuten (s. Seite A).
  • Cockpithauben durch selbst gezogene ersetzen.
  • Maßstäbliche Details (Fahrwerk, keine zu dicken Flächen- und Leitwerkshinterkanten, zu dicke Staurohre und Antennen-/masten; saubere Kanten an Kanzelstreben, etc). Vgl. dazu auch Seite D, Details.
  • Keine Figuren! Insbesondere nicht in 1/72. Daran erkennt man am schnellsten die unechte "Originalaufnahme".
  • Fotografieren in originaltypischer Umgebung. Schräg von oben fotografieren die meisten, in der Realität wird aber selten vom Hallendach aus fotografiert.

Man kann natürlich das Modell auf den Küchentisch stellen und schräg von oben fotografieren. Ergibt auch ein Modellfoto, aber kein überzeugendes (*Flugzeugträgerdecks s. unten).

Besser wäre, das Modell sieht aus, wie auf dem Flugplatz fotografiert. Dazu braucht es eine "artgemäße" Umgebung, d.h. einen Untergrund wie er auf Flugplätzen zu finden ist und einen passenden Hintergrund. Ideal wäre ein Poster von einem Flugplatz, ein weit entferntes Waldstück ginge aber auch. Niemals (überhaupt niemals nicht) einen Hintergrund vom Modelleisenbahnzubehör. So eine Berglandschaft sieht einfach unrealistisch aus, insbesondere, wenn man eine F-14 davor stellt, wie schon gesehen. Das Hintergrundposter klebt man der besseren Stabilität wegen auf festen Karton. Findet man keinen passenden Hintergrund,  baut man sich eine Halle, die Vorderseite genügt.

Der Untergrund ist fester Karton, mit braunstichigem Grau bemalt.

Alternativ dazu kann man, soll das Modell für sich allein wirken, natürlich auch einen neutralen Hintergrund wählen. Der dünne (Farb-) Karton wird oben an der senkrechten Platte befestigt (z.B. mit zwei Wäscheklammern) und dann in einem Bogen, d.h. ohne Knick, bis zur Vorderkante des Untergrundbretts herumgeführt. Erforderlichenfalls ebenfalls befestigt.

Jetzt kommt die Hauptsache: Der Kamerastandpunkt. Würde man sie auf den Untergrund stellen, entspräche das maßstäblich einem Foto, bei dem der Fotograf auf eine Leiter gestiegen ist. Wenig wahrscheinlich. Ginge man soweit tiefer wie nötig, würde man auch das auf dem Foto haben, was unter dem Flugplatz-Untergrund ist. Ergo: Die Vorderkante des Untergrundposters leicht nach unten biegen, so dass mehr Untergrund zu sehen ist.

Weil ein schlicht aufgestellter Karton eine recht wacklige Angelegenheit ist und der Untergrund auch nicht einfach aufliegen kann, habe ich zwei Spanplatten mit einem Scharnier versehen, so dass man das Ganze nach Gebrauch zusamenklappen und wegstellen kann.  links und rechts durch ein schräges Leistchen mit Haken und Ösen am senkrechten Teil im rechten Winkel gehalten. Auf das Grundbrett ist zu 3/5 eine Styroporplatte geklebt, damit der Untergrundkarton nach vorne abfällt.

Gehen Sie damit ins Freie! Am besten vormittags, weil da der Blauanteil des Lichts am größten ist. In der Wohnung zu fotografieren, bringt selten gute Ergebnisse. Blitzlicht wirft zu harte Schatten, Licht normaler Glühbirnen ergibt gelbstichige Fotos. Wenn's nicht anders geht: Halogenlampen sind o.k., LED-Leuchten noch besser.

Modellfotos wie beschrieben gefertigt s. "Modellfotos 3"

* Auf Flugzeugträgern kann man von der Insel aus schräg nach unten fotografieren, braucht dann aber ein entsprechendes Deck. Was bedeutet, dass man das Deck selber machen muss, weil alles, was man kaufen kann, in dem Irrglauben, Holz müsse wie Holz aussehen, gefertigt wurde. Ich habe dazu schmale Streifen Balsaholz nebeneinander gelegt und nach jeder fünften Reihe eine schmale Lücke gelassen, die mit "FIMO" (s. dort) ausgefüllt und dann glatt gestrichen wurde. Die U-förmigen Drainage- und Halteaussparungen - je zwei mit Öffnung zueinander - wurden dann eingeprägt und das Ganze im Ofen gehärtet.  Stahldecks moderner Träger sind mit einem schwarzen Überzug versehen, der auch als Gleitschutz einen mineralischen Anteil hat. Runde Vertiefungen mit einem fünfarmigen Stern innen ("tiedowns") sind Befestigungspunkte.

Zur Farbe: Auf US-Trägern des WK II waren die zwar aus Holz, aber nicht holzfarben, wie oben dargelegt.

Probieren geht über Studieren. Viel Glück dazu!